[:de]IMG_3982

Februar 2010:

Weitere Bilder

Gleich morgens geht’s los. Ich bin durch die Anziehungskraft meiner Toilette und meines Bettes an das Guesthaus gefesselt. Einmal nicht aufgepasst und unreines Wasser getrunken – die Toilette muss erreichbar sein. Erst am späten Nachmittag fahre ich auch raus nach Banan. Inzwischen haben Bong, David und Endru auch die letzte Erlaubnis von den Behörden erhalten, hier zu arbeiten. Auch David und Bong sind neu hier und Bareebo muss sich erst einfügen. Es kann endlich losgehen.

Wir holen den “Village Council Leader”, eine Art Gemeindebürgermeister ab. Er zeigt uns die beiden Damen. Eine leidet an TB und bei anderen wird es vermutet. Ich glaube, sie sind Geschwister. Alleine könnte keine von Ihnen überleben. Sie sind zu schwach. Beide haben keine Familie mehr, sind alleine. Ein Wasserteich ist nur 190 Meter entfernt, aber sie können bei dieser Hitze das Wasser nicht schleppen und da ist ja auch noch die Tuberkulose. Der Arzt ist für derart arme Menschen zwar kostenlos, aber wie sollen sie die 7 Kilometer zurücklegen? Der Weg zu ihrer Hütte ist selbst für mich sehr anspruchsvoll und damit als “schlecht” einzustufen. Sie sind so liebenswert die beiden Al- ten. Sie versuchen, einiges Gemüse anzubauen, aber es ist einfach kein Wasser da. Der Brunnen aus dem sie trinken ist weit und auch von hier können sie maximal das Trinkwasser bekommen. Für einen Garten und damit für die eigene Verpflegung reicht die Kraft einfach nicht aus.

IMG_4012

Wir beschließen für $ 37,- eine Pumpe und für $ 66,- 200 Meter Schlauch zu kaufen. Saatgut und unser “Gartenset” muss genauso her, wie auch unser “Haushaltset” und für sofort je 50 Kg Reis. Das reicht, bis das erste Gemüse da ist. Für den Transport jede Woche zum Doktor lassen wir $ 50,- bei Bareebo, die können das organisieren. Bereits einen Tag später haben die Nachbarn und der Bürgermeister die ersten 100 Meter Wasserleitung verlegt.

Youtube video

Fazit: zwei richtige Omas zum Liebhaben, es tut uns so leid, dass sie alle um sich herum verloren haben. Der Garten mit genügend Wasser wird sie mehr als nur versorgen. Vor allem aber ist wieder Hoffnung da. Wir werden wieder nach Euch sehen, ganz alleine seid Ihr nicht.

Erster Bericht von David seit unserer Abreise aus Kambodscha:

Das war vermutlich das erfolgreichste Projekt. Die beiden Schwestern haben das Größtmögliche aus der neuen Wasserpumpe gemacht. Ihr ganzes Land haben sie kultiviert und die von uns gespendeten Samen genutzt. Etwa 85% des Projektes wurden bereits umgesetzt. Das Letzte, was noch nicht umgesetzt wurde, ist der Transport der einen Dame mit Tuberkulose zum Arzt und die Beschaffung ihrer Medizin. Wir haben es ihr selber überlassen, wann es Zeit für sie ist, zum Arzt zu gehen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist das gesamte Land der Schwestern bereits kultiviert und das Wasser von dem öffentlichen Teich wird mit Hilfe unserer Pumpe genutzt. Die Schwestern bauen Gurken, Morning Glory, grüne und lange Bohnen, Kohl, Aubergine, Melonen, Bananen und Zitronengras an. Die selbstangebauten Lebensmittel nutzen Sie zur Selbstversorgung und verkaufen den Überschuss auf dem Markt in der Stadt. Sie wissen nicht genau, wieviel Geld sie damit verdienen, aber es reicht, um neue Samen zu kaufen und ein paar andere Haushaltswaren. Die fünf Familien, die die Installation unserer Pumpe und der Rohrleitungen gemacht haben, nutzen ebenfalls das Wasser. Sie nutzen es zum Baden, zum Waschen der wenigen Kleidung und zum Teil auch, um ebenfalls ihren Garten zu bewässern. Bong und ich (David) überlegen, ob nicht die beiden Schwestern idealerweise ihre Nachbarn trainieren sollten in : selbstständigem Leben, Gartenbewirtschaftung und Haushaltsführung, denn sie sind sehr gut in diesen Dingen. Beide Schwestern grüßen Euch in Deutschland sehr herzlich und freuen sich auf Euren nächsten Besuch. Sie möchten Euch gerne zum Essen einladen, ein Essen aus den selbstangebauten Sachen aus ihrem Garten. (….Anmerkung von uns: Einladung angenommen!)

weitere aktuellen Bilder nach unserer Hilfe !!!

Projekt-21Am 18. Februar fuhren Bong und ich (David) nach Phnom Kol zu unseren Freunden, den älteren Damen. Wir wollten erfahren, wie sich das Pumpenprojekt macht. Als wir auf das Haus zu kamen, sahen wir zwei kleine Mädchen, die ein Bad in dem Wasser aus der blauroten Pumpe nahmen (siehe Fotos). Die Pumpe läuft prächtig! Ihr wisst ja, dass das Wasser über mehr als 100m gepumpt wird. Diese ist mit Abstand die bequemste Pumpe, die ich in Kambodscha verwendet habe und Bong und ich werden schauen, ob sie sich weiter bewährt und sie dann vielleicht für unser eigenes Tümpelpuppenprojekt verwenden.

Ich fragte die Damen, wie viele Familien nun die Pumpe nutzten und sie sagten, dass alle fünf Familien, die beim Aufbau geholfen hätten, nun täglich die Pumpe nutzten. Die Familien verwenden das Wasser zum Baden, Wäschewaschen, tränken der Tiere und für die Bewässerung der Gärten. Glücklicherweise ist genug Wasser für die ganze Trockenzeit vorhanden. Mit Eurer großherzigen Spende habt Ihr und Eure Freunde eines der größten Probleme gelöst, dem die Menschen in Kambodscha auf dem Land gegenüber stehen: dem ganzjährigen Zugang zu Wasser! Da nun der erste Schritt getan ist, brauchen wir weiter Mittel um die TB kranke alte Dame ins Krankenhaus zu bringen und einige Sanitätsartikel zu kaufen. Bong hat den Damen geholfen ihren Garten zu planen und einige Tipps gegeben. Wenn wir das nächste Mal die beiden sehr coolen alten Damen besuchen, hoffen wir schon einen gesunden, grünen Garten zu sehen.

vorher

vorher

jetzt

jetzt

 

 

 

 

 

 

 

Stand 22.8.2010: aktuelle Neuigkeiten und Statusreport, direkt aus Kambodscha (Übersetzung)[:]